Wie private Leidenschaft zu wissenschaftlicher Erhaltungsarbeit wurde
Was 1998 als privates Hobby begann, entwickelte sich zu einer spezialisierten Erhaltungsinitiative. Der Auslöser war simpel: Ein befreundeter Botaniker schloss sein Labor und suchte Abnehmer für Pflanzen, die andernfalls entsorgt worden wären.
Darunter befanden sich Exemplare, die seit den 1960er Jahren kultiviert wurden. Genetisch stabile Linien, deren Ursprungspopulationen in der Natur längst verschwunden waren. Die Verantwortung, diese weiterzuführen, wurde zur Mission.
Jede Pflanze durchläuft mehrere Phasen, bevor sie Teil unserer Sammlung wird. Zunächst erfolgt eine genetische Herkunftsbestimmung, soweit möglich. Dann folgt eine Akklimatisierungsphase von mindestens einem Jahr unter kontrollierten Bedingungen.
Wir dokumentieren Wachstumsraten, Krankheitsresistenzen und Fortpflanzungsverhalten. Diese Daten fließen in ein internes Archiv, das bei Weitergabe der Pflanzen mitgeliefert wird. Sammler erhalten nicht nur die Pflanze, sondern ihre komplette Geschichte.
Alle Pflanzen stammen aus kontrollierter Vermehrung oder dokumentierten Altbeständen. Entnahme aus natürlichen Habitaten lehnen wir kategorisch ab.
Jede Pflanze kann bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgt werden. Bei älteren Exemplaren bedeutet das Archive, die Jahrzehnte zurückreichen.
Erhaltung funktioniert nur über Generationen. Wir denken in Zeiträumen von Jahrzehnten, nicht Quartalen.
Unsere Dokumentation folgt Protokollen botanischer Institutionen. Daten werden digital archiviert und regelmäßig gesichert.
Unser Team besteht aus ausgebildeten Gärtnern, Biologen und autodidaktischen Spezialisten. Manche haben Jahrzehnte in botanischen Gärten gearbeitet, andere kommen aus der Forschung.
Was uns verbindet ist die Überzeugung, dass Erhaltung nicht nur Aufgabe staatlicher Institutionen sein kann. Private Initiativen können flexibler reagieren und spezialisierte Nischen besetzen.
Seit 1998 haben wir über 140 verschiedene Arten kultiviert, von denen 23 auf regionalen Roten Listen stehen. Mehrere Exemplare wurden an botanische Gärten weitergegeben, als deren eigene Bestände krankheitsbedingt ausfielen.
Unsere Dokumentationen werden regelmäßig von Forschern zitiert, die Verbreitungsdaten historischer Populationen nachvollziehen möchten. In einigen Fällen sind unsere Archive die einzigen verbliebenen Aufzeichnungen.
Ob als Sammler, Institution oder Forschungsprojekt – wir sind offen für Austausch.
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